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Mit 70 Jahre alten DC3-Fliegern über den Dschungel

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Das hatten sich unsere Delegationsteilnehmer ganz anders vorgestellt:
nach einigen politischen Terminen in der Hauptstadt Bogota stand die
Einweihung zweier Umwelt-Projekte in der Provinz Caquetá auf dem Programm-Transfer mit dem Bus in das Städtchen Villavicencio und Flüge  mit der Air Columbia in die ehemalige Sträflingskolonie Araracuara , weiter nach Solano,und zurück nach Bogota.
Was keiner wusste: Air Columbia hat die größte Douglas DC3-Flotte der Welt!
Von diesem Flugzeug-Typ  wurden von 1935 bis 1952  circa 16000 Exemplare
gebaut –in Deutschland waren die DC3 besser als Rosinenbomber bekannt,
die nach dem 2.Weltkrieg die Luftbrücke von Frankfurt nach Berlin ermöglicht haben.
Mit zwei von diesen Flugzeugen wurde die Gruppe nach Araracuara geflogen – schon das Einsteigen war ziemlich ungewohnt: über eine Behelfsleiter stieg man hinten in den Rumpf und dort tat sich nicht das in Europa gewohnte Bild von vielen Sitzreihen hintereinander auf, sondern ein großer Laderaum voller Güter mit Bänken an der Bordwand entlang!
Sicherheitsgurte wie auf der Rücksitzbank eines PKW älterer Bauart und die Bänke leidlich gepolstert!
Als dann unser „Bomber“ die Motoren startete, wurde es laut, alles vibrierte und wir wurden gut durchgeschüttelt.
Unser Pilot drehte sich kurz zu den Passagieren um, aber nicht, wie wir dachten, um uns mit den Sicherheitsbestimmungen des Flugzeugs vertraut zu machen, sondern um zu fragen, wer denn beim Start in der Kanzel zuschauen wolle!
Da dies alle wollten, wurden wir in 5er-Gruppen geteilt und standen dann während der ganzen Startphase in wechselnden Besetzungen neben, hinter oder dicht an den Piloten –dies war schon der erste Nervenkitzel dieses Fluges!

Das war aber nicht alles! Kaum in der Luft, ging der Flugtechniker in den hinteren Teil des Rumpfes und öffnete die Tür, durch die wir eingestiegen waren!Alle warteten auf den durch unzählige Katastrophenfilme bekannten Sog, der den guten Mann aus dem Flugzeug saugt, dies bleib aber in Anbetracht der relativ niedrigen Geschwindigkeit nur eine Befürchtung. Nun lud er uns ein, doch mal an das „Loch“ zutreten und hinauszuschauen, was als erster unser Fotograf tat, aber da noch seeehr vorsichtig!

Mit der Zeit – der Flug dauerte 4 Stunden – wurde die Passagiere aber immer mutiger und so entstanden tolle Bilder von einer DC3, die über ein Dschungelgebiet fliegt, in dem wohl noch nie ein Mensch gewesen ist!

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Bei allen weiteren Flügen durften die Gäste auch den Start und die Landung live im Cockpit mit erleben und konnten wieder schöne Bilder aus der offenen Luke schießen.

Die Empfänge zur Einweihung einer Kakaopflanzung bei einem Indiodorf und einem Projekt zur Elektromobilität auf dem Wasser im Städtchen Solano waren von einer großen Herzlichkeit und Gastfreundschaft geprägt.

Ein besonderes Erlebnis war die Übernachtung in dem Indiodorf von Araracuara: unsere Gastgeber hatten für uns in der Dorf-Maloka (eine Art Gemeindehaus, ein großer strohgedeckter Rundbau aus Holz) rundum Hängematten aufgehängt, in die wir uns alle müde von den Erlebnissen des Tages hineinlegten – als Höhepunkt wurde uns eine kleine Tanzdarbietung der Dorfbewohner angekündigt, die sich in der Mitte der Maloka aufgereiht hatten. Ein erster Tanz von 10 Minuten wurde von uns noch mit großem Applaus belohnt,ein zweiter und dritter auch, aber bei Tanz 4 und 5 war unsere Begeisterung schon etwas erlahmt! Da hatten wir aber nicht mit der aufputschenden Wirkung der Kokablätter gerechnet,die jeder der Tanzgruppe mit Hingabe kaute – der Tanz ging die ganze Nacht hindurch und als wir um halb 7 unsere Sachen packten, um zum Flugzeug zurückzumarschieren, tanzte die Gruppe noch immer mit gleicher Intensität.

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Zum Abschluss dieser Delegationsreise flog uns unser „Rosinenbomber“ noch an die karibische Seite von Kolumbien, nach Cartagena, wo sich die Gruppe im kristallklaren und lauwarmen Wasser des karibischen Meeres von diesem anstrengenden Trip erholte.

Unternehmer-Reise und politische Delegation des Rheinkreis Neuss und der GIZ nach Kolumbien – Januar 2015

Flug-und Hotel-Logistik durch HPP Reisen Krefeld – Reiseleitung Peter Geraedts